International promovieren

Am Fachbereich 05 können, neben zahlreichen Bachelor- und Masterstudiengängen, 23 Promotionsstudiengänge studiert werden. In vielen Fächern ergibt sich die Notwendigkeit eines internationalen Bezugs: Manche Dissertationsthemen erfordern Forschung oder Recherchen im Ausland und Austausch mit ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Promovierenden am Fachbereich 05 stehen vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung, organisatorische und finanzielle Unterstützung für Auslandsaufenthalte sowie ideelle Unterstützung in Forschungsgruppen und Doktorandenkollegs mit internationaler Ausrichtung zu erhalten.


ERASMUS

Auch Promovierende können, sofern sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz immatrikuliert sind, bis zu 12 Monate lang mit einem ERASMUS-Stipendium gefördert werden.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Third Cycle (Promotion) auch im ERASMUS-Abkommen geregelt ist, was nicht immer der Fall ist. Auskunft kann hier der/die zuständige Fachkoordinator/in geben. Sollte der Third Cycle im Abkommen noch fehlen, so kann der/die Fachkoordinator/in dieses Studienlevel noch nachträglich mit der Partnerhochschule aushandeln und die Abteilung Internationales dann mit der Ergänzung des Abkommens beauftragen. Die Bewerbung für das ERASMUS-Stipendium erfolgt dann wie in der Bachelor- und Masterphase über den/die Fachkoordinator/in und die Abteilung Internationales. Auch die Bewerbungsfristen sind die gleichen, die Aufenthaltszeiträume können jedoch im Third Cycle evtl. flexibler gehandhabt werden. Dies muss allerdings rechtzeitig – bereits bei der Online-Anmeldung – angegeben werden.

Für den Erhalt des Stipendiums müssen auch im Third Cycle alle üblichen ERASMUS-Dokumente eingereicht werden. ECTS-Punkte sollten – falls möglich – auch für Promovierende vergeben und 1-2 Veranstaltungen vor Ort besucht werden. Das Vorgehen wäre im Falle von reinen Forschungs- und Recherchearbeiten vor Ort allerdings flexibler handhabbar und dies kann im Learning Agreement im Vorfeld festgehalten werden.

Für diejenigen, die während der Promotion als Dozentinnen und Dozenten oder Lehrbeauftragte beschäftigt sind, besteht die Möglichkeit einer ERASMUS-Gastdozentur an einer ausländischen Universität. In der Regel werden Kurzzeitdozenturen von drei Tagen bis zu zwei Wochen gefördert, längere Förderzeiten von max. zwei Monaten sind nur nach Absprache möglich. Pro angefangener Woche müssen mindestens acht Stunden unterrichtet werden. Grundlage für die Gastdozentur ist in der Regel ein bilaterales ERASMUS-Abkommen, es genügt aber zunächst auch eine schriftliche Einladung seitens der Gastuniversität. Ausführliche Informationen zu Gastdozenturen und Forschungsaufenthalten für Lehrende finden sich im internen Bereich von PHILIS und bei der Abteilung Internationales.


Stipendien für Auslandsaufenthalte

Für Auslandsaufenthalte zum Zweck der wissenschaftlichen und künstlerischen Fortbildung und für Forschungsaufenthalte sowohl im europäischen als auch im außereuropäischen Ausland stehen verschiedene Stipendien für Promovierende zur Auswahl. Sie werden u.a. vergeben vom DAAD, der Alexander von Humboldt Stiftung, der DFG und der Europäischen Kommission. Informationen hierzu erhalten Promovierende ebenfalls bei der Abteilung Internationales, auch PHILIS informiert über aktuelle Ausschreibungen.


Summer Schools

Summer Schools oder Sommerakademien bieten – auch zu anderen Jahreszeiten, beispielsweise als Winter Schools – die Möglichkeit, während eines begrenzten Zeitraums von in der Regel 1-4 Wochen im eigenen Land oder im Ausland mit anderen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus der ganzen Welt zusammenzutreffen und gemeinsam zu arbeiten. Bei der Suche nach thematisch passenden Summer Schools helfen verschiedene Datenbanken und Suchmöglichkeiten im Internet:

Summer Schools in Deutschland

Summer Schools in Europa

Summer Schools weltweit

Auch für Summer Schools bestehen Förderprogramme, beispielsweise des DAAD und verschiedener Stiftungen. Hier gilt es, je nach Fachrichtung und Zielland das passende Stipendium zu finden.


Internationale Graduiertenkollegs

Internationale Graduiertenkollegs am Fachbereich 05:

Deutsch-Französisches Doktorandenkolleg in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Mainz-Dijon

International vernetzte Forschungsgruppen am Fachbereich 05:

Research Center of Social and Cultural Studies Mainz (SoCuM)

Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW)

Promovierendengruppe Literary Linguistics

Graduiertenkolleg "Life Sciences. Life Writing"


Ausländische Gutachter/innen oder Koreferent/inn/en

Gemäß der gemeinsamen Promotionsordnung der Fachbereiche 02, 05, 06, 07, 09, 10 der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 26. Juli 2000 i.d.F. vom 21. Juli 2012 ist es in besonderen Fällen möglich, Fachvertreterinnen und Fachvertreter ausländischer Universitäten oder gleichgestellter Hochschulen zu Korreferentinnen und Korreferenten oder Gutachterinnen und Gutachtern zu bestellen (vgl. § 11 Ziffer 4).


Cotutelle de thèse

Eine Cotutelle de thèse ist eine binationale Promotion mit einer Erstbetreuerin oder einem Erstbetreuer an der Heimatuniversität und einer Zweitbetreuerin oder einem Zweitbetreuer an einer ausländischen Universität. Neben der binationalen Betreuung beinhaltet eine Cotutelle sowohl Arbeitsaufenthalte an der Partneruniversität als auch die Mitwirkung der Betreuerin oder des Betreuers aus dem Partnerland sowie auswärtiger und ausländischer Gutachterinnen und Gutachter am Begutachtungs- und Prüfungsverfahren. Absolventinnen und Absolventen erhalten am Ende ihres Promotionsverfahrens eine von beiden Universitäten gemeinsam ausgestellte Promotionsurkunde oder zwei Urkunden, die aufeinander verweisen und nur gemeinsam gültig sind. Für jedes Verfahren wird ein Vertrag zwischen den beteiligten Universitäten abgeschlossen, in dem die Einzelheiten geregelt werden.

Eine Promotion im Cotutelle-Verfahren erfordert deutlich mehr administrativen, organisatorischen und finanziellen Aufwand als eine „normale“ deutsche Promotion, kann aber gerade für Promovierende in den Geisteswissenschaften einen Vorteil sowohl im Bereich der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit als auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt bedeuten. Vor- und Nachteile sind jedoch im Einzelfall abzuwägen.

Promovierende am Fachbereich 05, die an einer Cotutelle interessiert sind, können sich beim Prüfungsamt zu den Einzelheiten des Verfahrens informieren. Wichtig ist bei einer Cotutelle, dass eine Vereinbarung zwischen den beiden Universitäten und dem/der Promovierenden über die Einzelheiten des Promotionsverfahrens und der Disputation (z. B. unterschiedliche formale Anforderungen) abgeschlossen wird. Als zentrale Stelle hält das Prüfungsamt Informationen zum Verfahren sowie Vorlagen für Vereinbarungen, für Zeugnisse und Urkunden bereit. Cotutelle-Vereinbarungen müssen vom Prüfungsamt auf rechtliche Korrektheit (Vereinbarkeit mit der Promotionsordnung) geprüft werden.